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Sozialminister Hundstorfer präsentiert Sozialbericht 07/08
23.01.2009:

Am Montag, dem 26.1.2009 präsentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Rahmen einer Pressekonferenz den aktuellen Sozialbericht. Anhand einer umfangreichen Dokumentation der Aktivitäten des Sozialressorts wird die sozialpolitische Entwicklung der Jahre 2007 und 2008 dargestellt. Der 2. Teil des Berichtes beinhaltet anschauliche Analysen der sozialen Lage, die auch sozialpoltische Rahmenbedingungen umfassen.


"Markante Konzentration" bei Vermögen
Geschlecht, Bildung und Branche entscheiden über Höhe des Einkommens.
Die Verteilung des Volkseinkommens hat sich in den vergangenen Jahren von den Lohneinkommen zu den Gewinn- und Vermögenserträgen verschoben. Das geht aus dem am Montag präsentierten Sozialbericht des Sozialministeriums hervor.

Gleichzeitig nahmen die Einkommensunterschiede zu: Auf die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen entfielen 2006 lediglich 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge, auf die 20 Prozent mit den höchsten Lohneinkommen hingegen 46,7 Prozent. Zudem verdienten Frauen um ein Drittel weniger als Männer.

Beim Geldvermögen spricht der Sozialbericht sogar vor einer "markanten Konzentration". Über die Vermögensverteilung gibt es allerdings keine angemessenen Statistiken. Fest steht jedoch, dass Geldvermögen wesentlich "ungleicher" verteilt ist als Einkommen.

74 Prozent unter dem Durchschnitt
Eine große Mehrheit (74 Prozent) der privaten Haushalte hat nur eine unterdurchschnittliche Geldvermögensausstattung, nur eine Minderheit (26 Prozent) verfügt über ein überdurchschnittliches Geldvermögen.

Ein Prozent hat ein Viertel des Geldvermögens
Das reichste Prozent der Haushalte hält 27 Prozent des gesamten Geldvermögens. Das oberste Promille (0,1 Prozent) besitzt über acht Prozent des gesamten Geldvermögens und damit gleich viel wie die gesamte untere Hälfte der Haushalte.

Vermögenserträge wachsen stärker
Beim Einkommen gab es eine Verschiebung von den Lohneinkommen zu den Gewinn- und Vermögenserträgen. Das Volkseinkommen, das aus Arbeitsentgelten sowie Gewinn- und Vermögenserträgen besteht, wuchs zwischen 1996 und 2006 jährlich um 3,6 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte hingegen nur um 2,8 Prozent und die Unternehmens- und Vermögenserträge um 5,4 Prozent.
Diese Entwicklung zeigt sich auch an der Lohnquote (Lohnanteil am Volkseinkommen): Dieser Wert ging seit 1978 von 78,7 Prozent bis 2007 auf 66,6 Prozent zurück.

Große Kluft bei Lohneinkommen
Aber auch innerhalb der Lohneinkommen bestehen enorme Unterschiede. 2006 entfielen laut Lohnsteuerstatistik auf die 20 Prozent mit den niedrigsten Einkommen lediglich 2,2 Prozent der gesamten Bruttobezüge und auf die 20 Prozent mit den höchsten Lohneinkommen ganze 46,7 Prozent. Durch die Lohnsteuer wird die Ungleichheit bei den Einkommen allerdings etwas gemildert.

Schere Männer - Frauen weit offen
Unverändert weit geöffnet ist auch die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen. Die Einkommen der Frauen betragen im Durchschnitt 67 Prozent der Männereinkommen. Dabei sind die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede gerade im untersten Einkommensviertel (39,4 Prozent) fast zehn Prozentpunkte größer als im dritten Viertel (30,9 Prozent).

Laut einem Bericht des Rechnungshofs öffnet sich die Einkommensschere von Jahr zu Jahr weiter - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Teilzeitarbeit ist weiblich
Die Ursachen dafür sind vielfältig, eine der Hauptursachen besteht in der unterschiedlichen Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit im Haushalt. Während die Teilzeitquote von Frauen in den letzten zehn Jahren stark stieg und im Jahr 2006 bei 40,2 Prozent lag (1995: 26,8 Prozent), nahm die Teilzeitarbeit bei Männern nur um 6,5 Prozent zu.

Eine weitere Ursache sind die branchenspezifischen Einkommensunterschiede. Zwei Drittel aller unselbstständig beschäftigten Frauen, aber nur gut 40 Prozent der Männer arbeiten in Branchen, deren Einkommen unter dem Medianwert (Zentralwert, nicht Durchschnitt, Anm.) liegt.

Dienstleistungen meist unter Medianwert
Nach Branchen betrachtet gibt es ebenfalls gravierende Unterschiede. Die meisten Zweige der Sachgüterindustrie und -verarbeitung liegen deutlich über den Medianeinkommen, die meisten Dienstleistungsbranchen deutlich darunter.

Das mittlere Einkommen in der Mineralölindustrie lag 2006 bei 4.363 Euro und war damit mehr als dreimal so hoch wie im Tourismus (1.417 Euro). Das mittlere Monatseinkommen in der Gesamtwirtschaft betrug im Jahr 2006 inklusive Sonderzahlungen 2.057 Euro brutto.

Große Unterschiede bei Unternehmern
Hinsichtlich des Vermögens kann keine Berufsgruppe durchgehend als reich bezeichnet werden. Die Unternehmer weisen zwar im Durchschnitt mit Abstand das höchste Geldvermögen von rund 195.000 Euro (Median: 43.000 Euro) auf und Arbeiter mit 28.000 Euro (Median: 18.000 Euro) den niedrigsten Vermögensstand.

Unternehmer sind jedoch, wie auch die Personen in freien Berufen, eine hinsichtlich ihres Vermögens heterogene Gruppe. Bei den freien Berufen liegt der Median sogar unter jenem der Arbeiter.

Bildung entscheidend
Die Höhe des Vermögen hängt u. a. mit dem Bildungsniveau zusammen. Die Absolventen von Universitäten erreichen den fünffachen Medianwert im Vergleich zu Pflichtschulabsolventen. Hinsichtlich der Haushaltsgröße weisen durchschnittlich Zweipersonenhaushalte das größte Bruttogeldvermögen auf.

Auch das Risiko, den Job zu verlieren, steht in direktem Zusammenhang mit dem Bildungsgrad - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

Anmerkung:
Sie vergessen zu erwähnen, dass die österreichische Regierung die Betroffenen in die Armut zwingt! (19.01.09)

28.01.09

 
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